Arbeitsweise
Erst planen, dann bauen
Explore → Plan → Code → Commit
Explore → Plan → Code → Commit
Der größte Fehler beim Agentic Coding: Direkt losbauen ohne Plan. Claude springt gerne zur Lösung – aber ohne klare Spezifikation baut es oft das Falsche.
Planning-First bedeutet: Claude erstellt erst einen Plan, du prüfst ihn, dann wird implementiert. Die Spezifikation ist der Schlüssel.
Warum Planung so wichtig ist
Wenn du Claude sagst "Implementiere Feature X", macht es Annahmen. Viele Annahmen. Und diese Annahmen sind oft falsch.
Ohne Plan
- Claude baut direkt los
- Falscher Ansatz → alles nochmal
- Vergessene Edge Cases
- Chaos bei größeren Features
- Du bemerkst Fehler erst spät
Mit Plan
- Claude zeigt Ansatz vorab
- Du korrigierst vor dem Coding
- Alle Fälle durchdacht
- Strukturiertes Vorgehen
- Fehler werden früh gefunden
Der Workflow: Explore → Plan → Code → Commit
1. Explore
Bevor du planst, muss Claude den Kontext verstehen. Lass es zuerst erkunden:
Claude liest die Dateien, erklärt den aktuellen Stand, und du verstehst, womit du arbeitest.
2. Plan
Jetzt erstellst du mit Claude zusammen einen Plan:
Tipp
Das explizite 'Implementiere noch NICHTS' ist wichtig. Ohne diese Anweisung springt Claude gerne direkt zum Code.
3. Review & Verfeinern
Claude liefert einen Plan. Jetzt prüfst du:
- Macht der Ansatz Sinn? Gibt es einen einfacheren Weg?
- Fehlt etwas? Edge Cases, Validierung, Fehlerbehandlung?
- Reihenfolge ok? Abhängigkeiten beachtet?
- Verifizierung dabei? Wie prüfen wir, ob es funktioniert?
4. Code
Erst wenn der Plan steht, geht es ans Implementieren:
5. Commit
Nach erfolgreicher Implementation und Verifizierung:
Die Spezifikation als Schlüssel
Je besser die Spec, desto besser das Ergebnis
Eine gute Spezifikation ermöglicht Claude, sich selbst zu validieren. Wenn klar definiert ist, was "fertig" bedeutet, kann Claude prüfen, ob es fertig ist.
Ohne klare Spec ist Claude auf dein Feedback angewiesen. Mit klarer Spec kann Claude selbstständig iterieren bis es stimmt.
Elemente einer guten Spezifikation
## Feature: Google OAuth ### Ziel User können sich mit ihrem Google-Account anmelden. ### Akzeptanzkriterien - [ ] "Mit Google anmelden" Button auf Login-Seite - [ ] Redirect zu Google OAuth - [ ] Callback erstellt User wenn nicht vorhanden - [ ] Callback loggt existierenden User ein - [ ] Fehlerbehandlung wenn Google nicht erreichbar - [ ] Session-Dauer: 7 Tage (konfigurierbar) ### Nicht im Scope - Andere OAuth-Provider (kommt später) - Account-Linking (nur Google ODER E-Mail) ### Verifizierung - Unit Tests für OauthController - Integration Test für kompletten Flow - Manueller Test mit echtem Google-Account
Wann planen, wann nicht?
Nicht jede Aufgabe braucht einen ausführlichen Plan:
| Situation | Planen? |
|---|---|
| Neues Feature mit mehreren Dateien | Ja, immer |
| Refactoring bestehenden Codes | Ja |
| Unklare Anforderungen | Ja, erst klären |
| Bugfix (Ursache bekannt) | Nein |
| Kleine Änderung (1 Datei) | Optional |
| Typo fixen | Nein |
Tipp
Plan Mode in Claude Code
Claude Code hat einen eingebauten Plan Mode, der Explore und Plan formalisiert:
/plan # Wechselt in den Plan Mode
Im Plan Mode kann Claude Dateien lesen und analysieren, aber keine Änderungen machen. Perfekt für die Explore- und Plan-Phase.
Interview-Technik für komplexe Features
Bei größeren Features: Lass Claude dich interviewen, bevor es plant.
Claude stellt gezielte Fragen, deckt Unklarheiten auf, und die resultierende Spec ist durchdachter als wenn du sie alleine geschrieben hättest.
Zusammenfassung
- Explore → Plan → Code → Commit – diese Reihenfolge spart Zeit
- Die Spezifikation ermöglicht Selbstvalidierung – Claude kann prüfen, ob es fertig ist
- Review den Plan vor der Implementation – Fehler früh zu finden ist billiger
- Explizit "Implementiere noch nichts" – sonst springt Claude zum Code